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Das pfälzische Gustav-Adolf-Werk: Kurzinformation PDF Drucken E-Mail
Gustav-Adolf-Teller
Gustav-Adolf-Teller
In der bayrischen Pfalz war bis 1848 der Gustav- Adolf- Verein verboten. Erst am 24. Oktober 1848, dem 200. Jahrestag des westfälischen Friedens, stiftete die pfälzische Generalsynode in Speyer den Gustav- Adolf- Verein, als ein “Friedenswerk”, “um darzulegen, daß wir auch mit der ganzen übrigen evangelischen Kirche Deutschlands verbunden sind”. Zugleich sagte sich die Synode vom Oberkonsistorium in München los und unterstellte sich dem bayrischen Kultusministerium direkt.

Das Motto der Arbeit war ein Wort aus dem Johannesevangelium: “Daran wird Jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habet” (Joh. 13,35). Die beiden Speyrer Pfarrer, Dekan Ludwig Ney, der auch das Diakonissenhaus gründete, und Karl König, der später auch sehr aktiv beim Bau der Gedächtniskirche mitwirkte waren die Initiatoren. Ney war mit Wichern, Fliedner und dem Straßburger Mutterhauspfarrer Härter sehr verbunden und schlug die Brücke zur Diakonie sowie zu den eher konservativen Kräften im Lande. König war liberal, Mitglied des Volksvereins, Freund der Deutschkatholiken, eifriger Botaniker, ein Kulturprotestant.

Zur formalen Vereinsgründung kam es am 6. August 1851 im “Gasthaus zur Post” in Neustadt /Weinstraße. Dreißig Personen aus der ganzen Pfalz sind anwesend, neben den Pfarrern auch zwei Ärzte, Lehrer, ein Bürgermeister, einige Landwirte und ein Gerber.. Der Speyrer Regierungsdirektor von Bettinger wird zum ersten Vorsitzenden gewählt. Der bayrische König legt dem Verein” kein weiteres Hindernis mehr in den Weg”. Die Satzung wird angenommen.

1852 findet am 30. Juni in Kaiserslautern das erste Gustav- Adolf- Fest statt. Es darf nicht an einem Sonntag gefeiert werden, Frauen und Jugendliche dürfen nicht Mitglied des Vereins sein, ausländische Gäste (Baden, Hessen, Rheinland) dürfen nicht das Wort nehmen. “Unser Anfang war schwer” klagt Pfarrer König”. Das erste Fest begründet eine große Tradition: die Stadt ist geschmückt mit Girlanden. Aus allen Teilen der Pfalz strömen die Gäste herbei. Es müssen einige Tausend gewesen sein. Ein großer Festzug zieht durch die Stadt. Die werktäglichen Gottesdienste, Festzüge, der Transport vieler Menschen mit der damals soeben gebauten Eisenbahn, Befreiung der Schuljugend vom Unterricht nächtliche Illumination, Feuerwerk, Gäste aus den benachbarten Kirchen, gut Essen und Trinken und eine fröhliche Gemeinschaft -das alles gehört von allem Anfang an zur Gustav- Adolf- Fest- Tradition in der Pfalz. Sie helfen, das protestantische Bewußtsein in unserem Lande zu stärken.

127 Gustav- Adolf- Haupt- und zahllose Zweigruppenfeste, sogar in Kriegszeiten, sind seit damals in der Pfalz gefeiert worden, haben Gemeinschaft gestiftet und Brücken zur Diaspora gebaut.

Vor dem ersten Weltkrieg (1914) bestimmte oft national-liberales Denken die Feste. Die “Volksversammlungen” zwischen den beiden Kriegen waren auch nicht frei von großdeutschen Ideen. Und in der Hitlerzeit engagierte sich das Werk zwar ökonomisch sogar in der Kriegszeit für die Diaspora, aber “Glaube und deutsches Volkstum”, die “Heimkehr des Saarlandes”, die “Gründung der Ostmark”, die “Rückkehr des Sudetenlandes”,- die Expansionspolitik des dritten Reiches spiegelt sich in den Festen.

Erst nach der Weltkirchenkonferenz von Amsterdam 1948 entwickelt sich ökumenische Weite. Das gesamtdeutsche Gustav- Adolf Fest in Landau 1953 erleben 15.000 Menschen, auch Gäste aus Frankreich, dem damaligen Jugoslawien und aus der Waldenserkirche Italiens: das ist die Wende: das Gustav-Adolf-Werk wird zum ökumenischen Brückenbauer. In den vergangenen Jahrzehnten entstehen lebendige Verbindungen nach West und Ost. Das Gustav-Adolf-Werk wird zum Versöhnungswerk mit Frankreich, es entstehen intensive Kontakte nach Italien und Spanien mit gegenseitigen Besuchen und theologischem Austausch: das Gustav-Adolf-Werk wird zum Mutmacher für die Kleinen. In der Zeit der Mauer zwischen Ost und West geschieht die Arbeit in den Ostblockstaaten nach dem Motto “Liebe überwindet Grenzen”. Die Diasporakirchen in Ungarn, Polen, Tschechen, die Slowakei, Rumänien, Serbien, Kroatien und baltischen Staaten werden bei der Lösung ihrer Bauaufgaben, bei der Motorisierung und durch Stipendienhilfe vielfältig gefördert.

Durch den Mut Einzelner entstehen Brücken, die heute für alle begehbar sind.

1989 nach dem Fall der Mauer und der stillen Revolution in den ehemaligen sozialistischen Staaten wird die Zentrale West des Gustav-Adolf-Werk wieder nach Leipzig verlegt. Neue Aufgaben warten.

Das Gustav Adolf Werk baut Brücken zur Ökumene


 
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